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Franz Anton Mesmer

Franz Anton Mesmer (auch Friedrich Anton Mesmer genannt) (* 23. Mai 1734 in Iznang am Bodensee, Deutschland; † 5. März 1815 in Meersburg) war der Begründer der Lehre vom animalischen Magnetismus, auch Mesmerismus genannt.

Mesmer studierte in Wien Medizin. Zu seinen ersten Arbeiten gehört die Abhandlung "De planetarum influxu". In dieser versuchte er nachzuweisen, dass die Himmelskörper durch ihre gegenseitigen Anziehungskräfte einen Einfluss auf unser Nervensystem ausüben. Auch Magnete bezog er als heilkräftig in sein System ein. Später arbeitete er in Wien mit dem Pater Hell, der ebenfalls durch Magnetismus heilen wollte, zusammen. Dabei entwickelte er die Theorie von einer dem Magnetismus ähnlichen Kraft, die er "tierischen Magnetismus" nannte, und über die er in seinem "Sendschreiben an einen auswärtigen Arzt über die Magnetkur" (Wien 1775) berichtete. Kurze Zeit weilte er in München als Mitglied der Akademie, worauf er nach Wien zurückkehrte und ein Hospital zur Ausübung seiner Heilmethode gründete. 1778 zog er nach Paris. Die Behandlungen, die Mesmer vor allem dort machte, erhöhten seine Popularität beträchtlich. Die französische Regierung wollte ihm sogar sein Geheimnis mit einer jährlichen Rente von 20.000 Livres abkaufen. Mesmer nahm jedoch das Angebot nicht an, sondern ließ durch seinen Anhänger Bergasse für die Mitteilung seiner neuen Heilmethode eine Subskription eröffnen, die 340.000 Livres eintrug. Trotzdem hat er die genaue Methodik nie ausführlich mitgeteilt, was dazu führte, dass man sie für bloßen Schwindel hielt. Indes hatte doch die Sache ein solches Aufsehen gemacht, dass sich die Regierung veranlasst sah, zu deren Untersuchung drei Kommissionen niederzusetzen, in welche die berühmtesten französischen Ärzte und Naturforscher gewählt worden waren. Das Urteil fiel für Mesmer sehr ungünstig aus und er zog sich an den Bodensee zurück. In der aufkommenden Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte der Mesmerismus nochmals einen Boom. Heute sieht man Mesmers Methoden als Vorläufer der Hypnose und der Suggestionstherapie.

Stefan Zweig hat ihm zusammen mit Mary Baker Eddy, der Gründerin und Entdeckerin der Christian Science und Sigmund Freud, dem Vater der Psychoanalyse eine literarische Darstellung gewidmet.

Das im übertragenen Sinne von gebannte Aufmerksamkeit erregen, hypnotisieren gebräuchliche englische Verb to mesmerize erinnert noch heute an seinen Namen.

Episoden aus Mesmers Leben wurden 1994 von Roger Spottiswoode in dem Spielfilm Mesmer verarbeitet.

Literatur

Ernst Florey: Ars magnetica. Franz Anton Mesmer (1734-1815), Magier vom Bodensee. UVK, Konstanz 1995, ISBN 3-87940-483-6

Adolf Hohenester: Franz Anton Mesmer: Ein begnadeter Quacksalber?. Physik in unserer Zeit 35(3), S. 116 - 119 (2004), ISSN 0031-9252

Jean Thuillier: Die Entdeckung des Lebensfeuers. Franz Anton Mesmer. Eine Biographie. Zslonay, Wien und Darmstadt 1990, ISBN 3-552-04207-5

Hans Peter Treichler: Die magnetische Zeit. Alltag und Lebensgefühl im frühen 19. Jahrhundert. Schweizer Verlagshaus, Zürich 1988, ISBN 3-7263-6522-2

Gereon Wolters (Hrsg.): Franz Anton Mesmer und der Mesmerismus. Wissenschaft, Scharlatanerie, Poesie. UVK, Konstanz 1988, ISBN 3-87940-335-X

Stefan Zweig: Die Heilung durch den Geist. Mesmer, Mary Baker-Eddy, Freud. Taschenbuchausgabe: Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-22300-8

Weblinks

bullet Literatur von und über Franz Anton Mesmer im Katalog der DDB
bullet Biographie von Mesmer

 

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